HILDEGARD-REZEPTE
Ein guter Start in den Tag
Das wichtigste Rezept in der Hildegard-Ernährung ist
das schwäbische Habermus. Dieses sollte nach Hildegard die erste Mahlzeit
des Tages sein. Für eine Person braucht man folgende Zutaten:
2 Tassen Wasser
1 knappe Tasse Dinkelschrot
1 kleingeschnittener Apfel
je 1 Messerspitze Galgant- und Bertrampulver
2 Teelöffel Honig
Zimt
Den Dinkelschrot in das kalte Wasser einrühren und unter Umrühren 5
Minuten vorsichtig aufkochen. Apfel, Galgant, Bertram und Honig
hinzufügen. Bei kleiner Hitze 10 Minuten quellen lassen und mit Zimt
bestreut servieren. Warm genießen!
Das zweitwichtigste Rezept zur Hildegard-Ernährung
ist
Hildegard's Kalbsfuss-Suppe, die Grundbrühe
für alle Hildegardsuppen.
Einen in Stücke gesägten Kalbsfuss in 2,5l kaltem leicht
gesalzenem Wasser aufsetzen.
Hinzufügen:
|
1/2 Teel.Galgant-,
Bertram-, und Pelargoniengewürzmischung |
|
|
1 Teel. Ysop und Beifuss |
|
|
2 Essl. Rotweinessig. |
|
Hinzufügen:
|
1 grosse Zwiebel geviertelt und
mit Lorbeer und Nelken gespickt |
|
Petersilie mit Wurzel, Sellerie,
Möhren, Fenchel und 3 Knoblauchzehen. |
Nochmals 15 min. im Dampftopf kochen. Zum Schluss Brühe
abseihen und mit Hildegard-Gewürzen abschmecken.
DINKELBROT von Oma
Gertrud
Zutaten: 750g Mischmehl (500g
Weizenmehl + 250g Roggenmehl)
1750g
Dinkelschrot
3 Hefewürfel
¼ Liter
Buttermilch
1 ¼ Liter Wasser
2 Esslöffel Salz
1 Esslöffel
Brotgewürz geschrotet (Kümmel, Koriander, Fenchel)
Etwas Honig
(eine Messerspitze reicht)
Vorteig: Das gesamte Mehl in
eine große runde Schüssel geben.
In die Mitte
der Schüssel eine „Mulde“ machen und in die Mulde den ¼ Liter Buttermilch, ½
Liter Wasser, die 3 Hefewürfel und die Messerspitze Honig geben.
Dann in der
Mitte einen Vorteig kneten (nur das Mehl in der Mitte verwenden, das Mehl am
Rand wird erst für den Fertigteig gebraucht)
Den Vorteig
ca. 60 min. ziehen (gehen) lassen.
Dann die 2
Esslöffel salz, 1 Esslöffel Brotgewürz und den ¾ Liter Wasser hinzu geben.
Diesen Teig
und das gesamte Mehl gut kneten bis der Teig geschmeidig ist.
Den Teig mit
einem Tuch zudecken und ca. 45 min. ziehen lassen.
Nochmals kurz
durchkneten.
Den Backofen
vorheizen auf 230°C.
Drei
Brotbackformen mit Margarine Fetten und den Teig gleichmäßig verteilen.
Nochmals kurz
ziehen lassen.
WICHTIG:
unbedingt eine Tasse Wasser in den Backofen stellen.
Die
Brotbackkapseln auf die untere Leiste in den Backofen stellen.
Dann ½ Stunde
bei 230°C und 1 Stunde bei 180°C Backen.
Dinkel-Kastanien-Brot
200g Dinkelschrot
1/8 l Milch
1/8 l Wasser
40 g Hefe
200 g Dinkelmehl
2 EL Kastanienmehl
1 gestr. TL Salz
je eine Prise Bertram, Galgant
Dinkelschrot mit Milch und Wasser gut anrühren und 1-2
Stunden quellen lassen, gut durchrühren und die Hefe untermengen. 10 Min.
stehen lassen, Dinkel-, Kastanienmehl und Salz zugeben und gut durchmischen.
Zudecken, warm stellen und aufgehen lassen, nochmals durchkneten und nochmals
gehen lassen. Zum dritten Mal duchkneten, in eine mit Butter ausgestrichene
Kastenform geben und ein letztes Mal gehen lassen. Backofen bei Ober- und
Unterhitze auf 250 Grad Celsius vorheizen , Teig mit Wasser bestreichen, ein
paar Mal einschneiden und auf mittlerer Schiene einschieben. Nach 20 Min. auf
200 Grad Celsius zurückschalten, Form auf unterste Schiene stellen und 1
Stunde backen. Ofen ausschalten und Brot noch 10 Min. im Ofen lassen.
Dinkelkörner gebacken
Ein archaisches Hildegard-Rezept von Wolfgang Gollwitzer
Für 6-8 Personen:
500 g ganze Dinkelkörner
1 TL Salz
150 g Butter
1 Portion Crème fraiche
1 Fenchelknolle
1 Hildegard-Gewürz nach Belieben
- Die Körner in einem Sieb gut abbrausen und in 1 l
gesalzenem kalten Wasser über Nacht einweichen. Zusammen mit 150 g Butter
40 Min. im Dampftopf garen. Heizquelle abschalten und auf der Herdplatte etwas
abkühlen lassen.
- Ein Backblech mit Backfolie belegen und mit etwas
Butter bepinseln. Dinkelkornmasse darauf glatt streichen und 1 Stunde
kaltstellen.
- Restliche Butter schmelzen und je nach Geschmack mit
Pelargoniengewürz, Griechenkleegewürzmischung oder einem anderen
Hildegard-Gewürz ( z.B. Bertram, Galgant) würzen und leicht
bräunen. Die Dinkelkornmasse damit beträufeln. Auf der mittleren
Einschubleiste bei 200 Grad Celsius 30 Min. backen. Mit Crème fraiche,
in die klein geschnittener Fenchel gemischt wurde, servieren. Pro Portion bei 8
Portionen:
6 g E, 14 g F, 45 g KH=337 kcal (1411 kJ).
Dinkelbrotsuppe mit Kräutern
Für 4-6 Portionen:
9 Scheiben altbackenes Dinkelbrot
300 g Zwiebeln
30 g Butter
½ TL Galgantpulver
¼ l Weißwein
1½ l Kalbfußfond*
Salz
Pfeffer (aus der Mühle)
Muskatnuss (frisch gerieben)
3 Tomaten
2 Bund Schnittlauch
1 Bund glatte Petersilie
1 Bund Kerbel
2 Eigelb
200 ml Schlagsahne
- Die Brotscheiben goldbraun rösten ( im Toaster oder auf
dem Blech im Backofen).
- Die Zwiebeln pellen und in Streifen schneiden. Die
Butter im Topf zerlassen, die Zwiebeln darin bräunen und mit Paprikapulver
bestreuen. Wein und Fond dazu giessen, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
- Brotscheiben vierteln und einschichten. Die Suppe bei
milder Hitze 15 Minuten leise kochen lassen.
inzwischen die Tomaten brühen, pellen, vierteln und dabei entkernen. Die
Viertel einmal durchschneiden.
- Die Kräuter schneiden, in die Suppe rühren und 2 Minuten
garen.
- Das Eigelb mit der Sahne verquirlen, die Suppe damit
legieren. Den Topf sofort vom Herd ziehen.
- Die Tomatenstücke in die Suppe geben und darin
erwärmen. Die restlichen Brotscheiben halbieren und in die Suppe geben.
Die Suppe vor dem Servieren noch einmal mit Salz und Pfeffer
abschmecken.
Zubereitungszeit: 45 Minuten
pro Portion (bei 6 Portionen):
8 g E, 19 g F, 30 g KH=332 kcal (1387 kJ)
Warum Dinkel-Pasta für gute
Laune sorgt
Was Hildegard schon immer wußte, daß
Dinkel aufgrund seiner guten Verträglichkeit – er enthält alle basischen Mittel
zum Leben – auch für gute Stimmung sorgt, haben inzwischen auch amerikanische
Wissenschaftler herausgefunden. Bei kohlenhydratreicher Kost mit dem Schwerpunkt
auf Dinkel ist die Stimmungslage des Menschen erheblich besser, als bei Eiweiß
betonter Ernährung. Verantwortlich für die gute Laune ist ein Stoff im Gehirn:
Serotonin. Das Gehirn bildet diesen Stimmungsmacher selber. Dazu ist die
Aminosäure Tryptophan notwendig. Dieser Eiweißbaustein ist neben magerem
Fleisch, Joghurt, Fisch und Eiern auch im Dinkel enthalten und zwar um etwa 30%
mehr als in Weizenprodukten. Je mehr Dinkel, Obst und gedünstetes Gemüse
verzehrt wird, um so mehr Tryptophan kann ins Gehirn gelangen. Dort aber
herrscht eine gewisse Konkurrenz zwischen den verschiedenen Eiweißbausteinen.
Für die Bildung des „Glückshormons“
Serotonin werden deshalb dringend hochwertige Kohlenhydrate – also Dinkelnudeln
– gebraucht. Denn bei ihrem Abbau wird Insulin ausgeschüttet, das die übrigen
Eiweißbausteine zurückhält: Für Tryptophan bleibt der weg frei; Serotonin kann
gebildet werden.
Lange galten Nudeln als Dickmacher –
völlig zu Unrecht. Dinkelnudeln sind laicht verdaulich und werden vom Organismus
voll ausgenutzt. Hier handelt es sich um wertvolle komplexe Kohlenhydrate, die
vom Körper nach und nach in einfache Kohlenhydrate abgebaut werden und für eine
gleichmäßige Energiezufuhr sorgen.
Nicht umsonst versorgte um die
Jahrtausendwende der Koch des Radrennteams der Deutschen Telekom, Walter
Grözinger, die Mannschaft hauptsächlich mit Gerichten, deren Grundlage
Dinkelnudeln waren, weil Dinkel die Glykogenspeicher der Muskeln optimal
anreichert. Auch Holger Stromberg, Koch der Nationalmannschaft setzt wegen der
Kohlenhydrate oft auf Nudeln.
1996 konnte Dr. Wolfgang Weuffen,
Professor an der Universität Greifswald, im Dinkel Rhodanid (Thiocyanat), einen
natürlichen Wachstumsfaktor nachweisen. Rhodanid ist antiallergisch, ein nicht
zu unterschätzender Vorteil des Dinkels bei der Behandlung von
Lebensmittelallergien. Und schließlich schützt die Dinkelkost vor Krebs, weil
Rhodanid die Zellwände stabilisiert und so die kanzerogenen Substanzen hindert,
die Zellmembranen zu durchbrechen.
Pro Portion (100 g) liefern die
vielseitigen Teigwaren nur 350 Kilokalorien. Eine normale Portion
Dinkelspaghetti mit Tomatensoße und etwas Käse hat etwa 450 Kilokalorien. Das
entspricht etwa einem Viertel des täglichen Energiebedarfs bei sitzender
Tätigkeit.
Wie für so vieles, waren die Chinesen
auch für die Nudelherstellung Vorreiter. Das älteste Rezept stammt von etwa 2000
v.Chr. und empfiehlt Nudeln mit Hühnerfleisch zu kombinieren.
Aus Strehlow W. Ernährungstherapie der
Hildegard von Bingen, Lüchow Verlag Stuttgart 2003 und BIO, 4, 2003.
Fenchelpüree
Für 4 Portionen: 150 g Kartoffeln
schälen, halbieren und in Salzwasser weich kochen, abgießen, abdämpfen und
zerstampfen.
300 g frische Fenchelknollen
waschen, putzen und sehr fein schneiden. In kochendem Salzwasser 6 Minuten weich
kochen, abgießen und gut abtropfen lassen. In einem hohen Topf mit 80 g
angewärmter magerer Schlagsahne oder magerem Schmand fein pürieren. Zu dem
Fenchelpüree geben, erwärmen, mit Bertram, Galgant und evtl etwas
Griechenkleegewürzmischung würzen und 1 El Butter untermischen.
Und noch ein feines Fenchelrezept:
Marinierter Fenchel mit
Feigen
Für 4 Portionen: 350 g Fenchel mit
Grün, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 6 El Sonnenblumen- oder Distelöl, Saft von ½
Zitrone, wenig Salz, 1/2 Teel. Zucker, Griechenkleegewürzmischung, 4 frische
Feigen.
Fenchel waschen und putzen.
Fenchelgrün in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben. Fenchelstrunk
herausschneiden, Fenchel fein hobeln. Zwiebel in dünne Scheiben schneiden,
Knoblauch fein hacken. Zwiebeln, Knoblauch, Öl, Zitronensaft und Gewürze
verrühren. Fenchel in die Marinade geben und zugedeckt 20 Minuten ziehen lassen.
Kurz vor dem Servieren die Feigen vierteln und ggf. häuten. Fenchelgrün aus dem
Wasser nehmen, trockenschütteln, etwas kleinschneiden und mit den Feigen unter
den Fenchel heben.
Dazu passt getoastetes Dinkelbrot und
Kräuter- oder Hüttenkäse, oder Camembert, mit etwas Mutterkümmel gewürzt.
Direktbestellung von Zutaten

zurück |
|